
Aufgrund von vorheriger Verhaltensbeobachtung und EEG Untersuchungen wurde überprüft: Neurotransmitter am Hippocampus (Limbisches System/Erinnerungsvermögen) von Säugetieren werden beeinflusst. Bei experimenteller Ischämie (Minderdurchblutung) des Gehirns zeigt es neuroprotektive Wirkung (schützt Nervenzellen). Bagetta & al 2010
Systemische Effekte („über den Körper verteilt“) wurden durch Beobachtung des Verhaltens von Ratten und EEG aus deren Hippocampus und Großhirnrinde abgeleitet. Bergamotteöl hat eine neurobiologische Wirkung (Einfluss auf Nervenzellen). Rombolá 2009
Capsaicin wurde in die Fußsohle der Hinterpfoten von Mäusen injiziert, diese leckten und bissen anschließend an den schmerzenden Stellen. Nach Injektion von Bergamotteöl ließ diese Reaktion deutlich nach, es wirkt also schmerzlindernd. Ähnlich wirken Muskatellersalbei, Thymian Ct. Linalool, Lavendel (angustifolia) und Lavandin (Reydovan) wirken ähnlich schmerzstillend. Orangenöl half den Mäusen nicht. Die Autoren betonen die bereits gut untersuchte schmerzstillende Wirkung der Inhaltsstoffe Linalool und Linalyacetat. Sakurada & al 2009
Ein „Abfallprodukt“ der Ätherisch-Öl-Herstellung bei Bergamotte, Flavonoide, wurden in ihrer Aktivität gegen diverse Mikroorganismen untersucht: gram-negative Bakterien (Escherichia coli, Pseudomonas putida, Salmonella enterica), gram-positive Bakterien (Listeria innocua, Bacillus subtilis, Staphylococcus aureus, Lactococcus lactis) und die Hefe Saccharomyces cerevisiae. Sie wurden vor allem als gegen gram-negative Bakterien wirksam befunden. Mandalari 2007
Rattenhirne wurden durch wiederholte (Ischämie) Minderdurchblutung geschädigt, intraperitoneal (ins Bauchfell) gespritztes Bergamotteöl reduzierte signifikant die Anzahl der Hirninfarkte nach Verschluss der Hirnarterie. Amantea & al 2009
Musikhören und 15-Minuten-Inhalationen mit Bergamotteöl wurden verglichen, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe zeigten Musik und Duft signifikante Veränderung in Richtung einer verstärkten Tätigkeit des Parasympathikus > mehr Entspannung. Peng & al 2009
In vivo Untersuchungen nach intraperitonealer Injektion von Bergamotteöl zeigte am Ratten-Hippocampus eine Erhöhung der extrazellulären (außerhalb der Zelle) Neurotransmitter Aspartat, Glycin und Taurin. Nach Einbringen des Öles direkt in den Hippocampus der Ratten erhöhte sich zusätzlich die extrazelluläre Konzentration an Glutamat und GABA (gamma-Aminobuttersäure, spielt beispielsweise bei Angststörungen eine Rolle). Die Erhöhung der Neurotransmitter war abhängig von der Tätigkeit der Kalziumkanäle (an der Zellmembran). Auch extrazelluläres Glutamat erhöhte sich. Auch In vitro-Untersuchungen an isolierten Nervenendigungen bestätigten die Funde. Nach Durchtesten verschiedener Inhaltsstoffe-Anteile des Öles kam man zum Schluss, dass weder die isolierten Psoralene für diesen Effekt verantwortlich sind noch die monoterpenfreie Fraktion, so dass man davon ausgeht, dass sich unidentifizierte Monoterpene im Öl befinden, welche je nach Dosierung die Tätigkeit von GABA beeinflussen. Morrone & al 2007
Auf gut deutsch: Noch unbekannte Anteile in Bergamotteöl führen zu einer Modulierung von diversen Neurotransmittern im Hippocampus von Ratten (Limbisches System/Erinnerungsvermögen)
Menschliche SH-SY5Y-Neuroblastomzellen (Gehirntumor) wurden dem krebsauslösenden Zellgift N-methyl-D-Aspartat (NMDA) ausgesetzt. Durch die Beigabe von unterschiedlichen Fraktionen (Inhaltsstoffe-Anteilen) von Bergamotteöl konnte die Schädigung der Nervenzellen reduziert werden. Corasaniti & al 2007
Isolierte Anteile der Flavonoide aus Bergamotteschalen (3-Hydroxymethylglutaryl-Flavonoidglycoside) zeigen statinartige Effekte (Mittel zur Senkung des Cholesterinspiegels). Di Donna & al 2009
Isoliertes Aurapten (Furocumarin aus Bergamotteöl und anderen Zitrusschalenölen) unterdrückt Cyclin D1 und verzögert dadurch signifikant eine durch N-methyl nitrosourea ausgelöste Mamma-CA-Entstehung bei weiblichen Ratten. Krishan & al 2009
Aurapten unterdrückt auch eine mTOR-abhängige Translation des proMMP-7-Proteins, welche zu Krebs führt, indem die ERK1/2-herbeigeführte Phosphorylierung von 4EBP1 und eIF4B gestört wird. So konnte experimentell die Entstehung von menschlichen kolorektalen Adenokarzinomzellen unterbunden werden. Kawabata & al 2006.
Isoliertes Aurapten übt eine dosisabhängige Chemoprävention bei der Entwicklung von Dickdarmtumoren bei Ratten aus. Dieser Schutz korreliert mit der Unterdrückung von Zellwanderung und Lipidoxidation sowie der Induktion von Phase II-metabolisierenden Enzymen (Entgiftungsenzyme in der Leber) Tanaka & al 1998
Auf gut deutsch: Isoliertes Aurapten stört im Laborglas zelluläre Abläufe, die zur Entstehung und Ausbreitung von Darm- und Brustkrebs führen können.
Die Aktivität von naturbelassenem Bergamotteöl und von furocumarinfreien Destillaten wurde an klinisch relevanten Pilzarten untersucht und für effektiv befunden (Trichophyton, Microsporum and Epidermophyton). Sanguinetti 2007
Hochkonzentrierte, isolierte Ether- und Petroleum-Extrakte aus Bergamotteschalen wurden als effektive antikoagulierend wirksame Rattengifte getestet (konventionelles Rattengift wirkt durch extreme Blutverdünnung, so dass die Ratten daran verenden). El-Naggar 1999
Citropten and Bergapten (Furocumarine in Bergamotteöl) beeinflussen die Differenzierung und die Gammaglobin-Genexpression in menschlichen Vorläuferzellen der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) stark. Diese Tatsache wird als Möglichkeit zur Therapie von Erkrankungen des Blutes, einschließlich Mittelmeeranämie (Thalassämie) und Sichelzellanämie eingeschätzt. Guerrini & al 2009
Auf gut deutsch: Citropten and Bergapten (Furocumarine in Bergamotteöl) beeinflussen die Bildung menschlicher Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen, das könnte eine Möglichkeit zur Therapie von kranken roten Blutkörperchen, wie Sichelzellanämie, darstellen.