Posts mit dem Label Lippenblütengewächse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lippenblütengewächse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 27. April 2011
Pfefferminzeöl als bewährter Kalziumantagonist vom Dihydropyridin-Typ
Mit diesem Spruch zu antworten ist immer wieder meine Empfehlung an Pflegende, die sich vor (zweifelnden) Vorgesetzten rechtfertigen müssen (vorausgesetzt, sie bringen diesen Zungenbrecher locker über die Lippen :-). Menthol als 50%-ig-prozentiger Inhaltsstoff eines guten Mentha piperita-Öles, dazu kleine Menthon und Menthofuran ergeben ein ungewöhnlich schmerzlinderndes und sparsames Produkt, das bereits in kleinsten Mengen hilfreich wirkt. Für Kopfschmerzen vom Spannungstyp gibt es in deutschen Apotheken ein wirklich sehr hilfreiches Minzeprodukt in Alkohol zum lokalen Auftragen (Euminz), das den Vergleich mit Paracetamol und Aspirin bestens bestand. Zudem ist dieses Öl eines der am besten wissenschaftlich untersuchten ätherischen Öle weltweit. Viele Studien belegen die schmerzlösende Wirkung beim Reizdarmsyndrom, einige Untersuchungen konnten sogar zeigen, dass lokal angebrachtes Pfefferminzeöl bei Darmspiegelungen zu besseren, weil schmerzfreieren und entspannteren Ergebnissen führt. Ein schöner Artikel zum Thema 'Kalziumantagonist' erschien kürzlich hier.
Mittwoch, 15. September 2010
Rosmarin & Co. sind nicht bei Hypertonikern kontraindiziert
Seit 1969 ist Robert Tisserand der Aromatherapie-Papst der Neuzeit. Seit der Publikation seines englischsprachigen Werkes 1977 ist er viel abgeschrieben worden, seit der deutschen Übersetzung Mitte der Achtziger wurden viele seiner Infos auch in deutschsprachige Bücher übernommen. Davor (und auch noch danach) spielte der französische Arzt Dr. Jean Valnet (Foto links, 1920-1995) diese Rolle, bzw. seine Bücher.
Robert Tisserand, der englisch und französisch spricht, ist ein unermüdlicher Kämpfer für den Einsatz von ätherischen Ölen und er arbeitet auch daran, hartnäckige Fehlinformationen in der Aromawelt auszumerzen. Einer davon ist die Mär, dass "Ur-Vater" René Gattefossé seine verbrannte/brennende Hand mit bereitstehendem Lavendelöl gelöscht haben soll. Tisserand weist auf die entsprechende Textpassage des Gattefossé-Buches hin um zu belegen, dass der Chemiker erst NACH einer der Verbrennung folgenden lebensbedrohlichen Infektion Lavendel anwendete und sich sein Zustand dann besserte (hier habe ich darüber berichtet). Wenn wir Aromapflegende solche Fehler gelehrt bekommen haben, geben wir sie unkorrekt weiter, nicht weiter verwunderlich.
Genauso hartnäckig hält sich das Gerücht, das ätherisches Wacholderbeerenöl (Juniperus communis) und ätherisches Zedernholzöl (Cedrus atlantica) gefährlich für Schwangere sein sollen. In den üblichen Verdünnungen angewendet (circa 1 Prozent) stellen sie für gesunde schwangere Frauen jedoch keine Gefahr dar. Die Fehlinformationen kommt von einer Verwechslung mit im englischen "cedar" genannten Bäumen: Juniperus-Arten wie Juniperus virginiana, diese "cedar" wiederum wurde verwechselt mit der "red cedar", es handelt sich in diesem Fall jedoch um den Thujabaum (Thuja occidentalis und andere Thujaarten), das ätherische Öl aus deren Holz und Zweigen kann in der Tat bereits in leichter Überdosierung und innerlicher Einnahme neurotoxisch wirken, auch für Nicht-Schwangere.In seinem Blog macht Tisserand nun auf einen weiteren Fehler aufmerksam: Rosmarin, Thymian (Thymol), Salbei und Ysop (Foto rechts) sollen laut der Literatur nicht für Bluthochdruckpatienten eingesetzt werden. Der Duftpionier hat in der französischen Literatur nachgeforscht und herausgefunden, dass Valnet, von dem diese Warnhinweise stammen (allerdings beziehen sie sich eindeutig auf die INNERE Einnahme ("usage interne"), sich schlicht und einfach beim Zitieren vertan hat! Das Valnet Buch erschien 1964 (in französischer Sprache) und der Arzt beruft sich auf eine Studie von Caujolle und Cazal von 1944. Laut Tisserand beinhaltet aber diese Studie nur Infos über die blutdrucksenkende Wirkung von Lavendel, Lavandin und Speiklavendel. 1945 haben Caujolle und Franck zwei weitere Studien veröffentlicht, in einer wurde Ysopöl Hunden hochdosiert intravenös verabreicht. Sie hatten zunächst Blutdruckabfall, dann vor einem epileptischen Anfall steig der Blutdruck, um anschließend wieder zu sinken. Die zweite Studie berichtet über die blutdrucksteigernde Wirkung von Muskatellersalbeiöl, nicht Salbeiöl, welches eher zur Senkung des Blutdruck eingesetzt werden solle. Eine Dissertation/Doktorarbeit von 1943, auf die Valnet sich ferner bezog, konnte von Tisserand nicht gefunden werden. Er schließt jedoch seinen Text mit dem Hinweis, dass eine Aromatherapie-Massage mit diesen vier "Valnet-Ölen" (Ysop, Rosmarin, Thymian und Salbei) keine Gefahr für Bluthochdruckpatienten darstellen.
An anderer Stelle weist er zudem darauf hin, dass wenn ein Prüfungsparameter beispielsweise auf "anregend" hindeutet, ein anderer Wert genausogut auf "Entspannung" hinweisen kann, so dass es nicht so einfach ist, die Wirkung von ätherischen einfach so zu kategorisieren. Zudem müssen wir immer noch an den "Faktor Mensch" denken, der mal so mal so reagieren kann, je nachdem wie sich der momentane Zustand seines Organismus auf die natürlichen Substanzen einlässt. (Foto Jean Valnet: Laboratoire Cosbionat/Wiki Commons)
Donnerstag, 26. August 2010
Rosmarin ist die Heilpflanze des Jahres 2011
Im Juni wurde Rosmarin zur Heilpflanze des Jahres 2011 gekürt. Das Jahr der Gewürznelke 2010 neigt sich somit seinem Ende zu...Der offzielle Pressetext zum Rosmarin:
Der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist der frisch gekürte Inhaber des Titels „Heilpflanze des Jahres 2011“. Ausgewählt wurde der Rosmarin durch eine Jury des Vereins „NHV Theophrastus“, welcher sich insbesondere für die Verbreitung traditionell naturheilkundlichen Wissens engagiert.
Dabei schätzen die Jurymitglieder insbesondere die große Anwendungsbreite des Rosmarins im medizinischen und kosmetischen Bereich. „Durch seine natürliche, aktivierende und tonisierende Wirkung ist Rosmarin für eine immer älter werdende Bevölkerung ebenso hilfreich wie auch für jüngere Patienten mit Erschöpfungs- und Ermüdungszeichen“, begründet ein Jurymitglied die Wahl. Außerdem wirkt er durchblutungsfördernd und krampflösend, bringt den Kreislauf in Schwung und stärkt Herz und Verdauung. Auch in der Küche ist Rosmarin in der Lage, durch gezielten Einsatz als Gewürz seine wertvollen gesundheitsfördernden und herausragenden aromatischen Eigenschaften zu entfalten.
Die öffentliche Bekanntmachung erfolgte am 8. Juni anlässlich des vom Sächsischen Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. veranstalteten Heilkräuter-Fachsymposiums im Kloster St. Marienstern in der Lausitz. Maria Vogel, mehr bei NHV Theophrastus
Donnerstag, 12. August 2010
Pfefferminze gegen Spannungskopfschmerzen
Ein kleiner Artikel in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Phytotherapie erinnert mich daran, wie wichtig es ist, ein einfaches Mittel statt chemischer "Bomber" einzusetzen, wenn der moderne gestresste Mensch zu wiederholten Kopfschmerzen neigt. Da es sich bei dem Produkt Euminz um eine seit Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gut studierte Zubereitung (10%-ige Mentha piperita in Ethanol/Weingeist) handelt, sollte jede(r) Pflegende wissen, dass die circa 5 Euro (in jeder deutschen Apotheke) gut investiert sind, denn es gibt kaum unerwünschte Nebenwirkungen bei diesem Präparat. Die Wirkweise ist zudem recht gut erforscht, so dass sich auch kritische Ärzte und/oder Pflegedienstleitungen überzeugen lassen können. Die Pressemeldung beschreibt sie kurz:
Bekannt ist dass Schmerzreize von den Nozizeptoren durch überwiegend langsam leitende C-Fasern ins Gehirn weitergeleitet und erst dort als Schmerz weitergeleitet werden. Nach dem Auftragen von Pfefferminzöl auf die Haut kommt es zu einer Sensibilisierung und Stimulation von Kälte- und Druckrezeptoren. Folge ist ein angenehm kühlender und entspannender Effekt sowie eine gleichzeitige Blockade der Schmerzfortleitung. Damit alle beteiligten Schmerzpunkte getroffen und beruhigt werden, empfehlen Experten, die Pfefferminzlösung großflächig auf Schulter, Nacken und Schläfen aufzutragen.
Ich könnte mir vorstellen, dass viele PatientInnen und/oder Einwohner von Pflegeinstitutionen freuen würden, wenn man ihnen so ein wirksames und preisgünstiges Produkt empfehlen kann.
Man kann einen ähnlichen Minzeroller übrigens auch selbst herstellen, ich habe das hier beschrieben (der Link zur Studie funktioniert leider nicht mehr, vielleicht weil der Anbieter des Produktes gewechselt hat). Ich habe meinen Minzeroller immer auf Reisen dabei, er hilft auch wunderbar auf übelkeitsverursachenden Bus- und Flugzeugreisen. Meine Kinder wissen auch um seine "Wunderwirkung" und brauchen trotz gelegentlicher Kopfschmerzen so gut wie niemals Schmerzmittel dagegen. Meiner Erfahrung nach kann man diese Mischung für ansonsten gesunde Kinder (kein Asthma, keine Epilepsie oder ähnliches) ab sieben oder acht Jahen (je nach Konstitution) verwenden und ihnen damit oft unnötige "Medikamenten-Geschütze " ersparen.
Bekannt ist dass Schmerzreize von den Nozizeptoren durch überwiegend langsam leitende C-Fasern ins Gehirn weitergeleitet und erst dort als Schmerz weitergeleitet werden. Nach dem Auftragen von Pfefferminzöl auf die Haut kommt es zu einer Sensibilisierung und Stimulation von Kälte- und Druckrezeptoren. Folge ist ein angenehm kühlender und entspannender Effekt sowie eine gleichzeitige Blockade der Schmerzfortleitung. Damit alle beteiligten Schmerzpunkte getroffen und beruhigt werden, empfehlen Experten, die Pfefferminzlösung großflächig auf Schulter, Nacken und Schläfen aufzutragen.Ich könnte mir vorstellen, dass viele PatientInnen und/oder Einwohner von Pflegeinstitutionen freuen würden, wenn man ihnen so ein wirksames und preisgünstiges Produkt empfehlen kann.
Man kann einen ähnlichen Minzeroller übrigens auch selbst herstellen, ich habe das hier beschrieben (der Link zur Studie funktioniert leider nicht mehr, vielleicht weil der Anbieter des Produktes gewechselt hat). Ich habe meinen Minzeroller immer auf Reisen dabei, er hilft auch wunderbar auf übelkeitsverursachenden Bus- und Flugzeugreisen. Meine Kinder wissen auch um seine "Wunderwirkung" und brauchen trotz gelegentlicher Kopfschmerzen so gut wie niemals Schmerzmittel dagegen. Meiner Erfahrung nach kann man diese Mischung für ansonsten gesunde Kinder (kein Asthma, keine Epilepsie oder ähnliches) ab sieben oder acht Jahen (je nach Konstitution) verwenden und ihnen damit oft unnötige "Medikamenten-Geschütze " ersparen.
Abonnieren
Posts (Atom)


