Dienstag, 2. November 2010

Sonntag, 31. Oktober 2010

Aromapflege Praxiserfahrungen pur: Arhama-Salbe - Pflege- und Wundsalbe mit Leinöl und Bienenwachs - Teil I

Diese Praxisreihe: "Aromapflege Praxiserfahrungen pur" - stellt verschiedene Aromapflege-Mischungen vor, die von Pflegenden entwickelt worden sind oder als Fertigprodukte zur Verfügung stehen und sich in der langjährigen Aromapflegepraxis bewährt haben. Die Rezepturen oder Mischungen werden vorgestellt und an Hand von Praxisbeispielen erklärt.

Einziges Ziel ist es - praktisches Erfahrungswissen von Fachkräften an Fachkräfte weiterzugeben. Es sind keine Therapieanweisungen und stellt keine Werbung für Firmen dar. Wer detaillierteres Wissen zu den einzelnen Produkten, Rezepturen haben möchte, kann dies auf der Website selber, im Login-Bereich, kostenlos einsehen.

Die Reihe beginnt mit einer altbewährten Fertigmischung, die es seit 1904 von der Firma Bombastus-Werke AG, Freital gibt - die sog. "Bombastus Arhama-Salbe". Teil I: Sie besteht aus nur 2 Bestandteilen:


1. Leinöl - Linum usitatissimum L. Familie: Linaceae. Pflanzenteil: Samen


2. Bienenwachs - Cera flava (echtes) (in der INCI steht Cera alba -gereinigt - da hier in der Deklaration keine Unterscheidung gemacht wird - muss Cera alba geschrieben werden).

Dünn aufgetragen, wirkt diese Salbe als Hautschutz, Hautpflege.

Dick aufgetragen (c
a. 2 - 3 mm) zeigt sie eine starke Zugwirkung.


Bei der Produktion der Arhama-Salbe wurde bereits vor über 100 Jahren eine spezielle Abfüllmaschine entwickelt - deren Bestandteile vollständig aus Holz sind.

Diese Abfüllmaschine kann heute noch im Informationszentrum der Bombastus Werke AG besichtigt werden.

Bei Patienten mit Pollenallergie, soll die Salbe nicht angewendet werden. Wenn Unsicherheit diesbezüglich besteht, prüfen wir die Salbe an einer kleinen Hautstelle.

Nun zur Praxis. Wenn wir die Arhama-Salbe dünn auftragen, stellen wir eine hautpflegende, -regenerierende, -reparierende Wirkung fest.

Z.B. bei Patienten mit trockener, rissiger, schuppiger Haut:
- Reinigung mit klarem Wasser, danach die Salbe hauchdünn einreiben/einmassieren. 1 - 2 x tgl. reicht i.d.R. aus, kann bei Bedarf auch öfters erfolgen.

Bitte beachten: da die Salbe gelblich färbt, auf weiße Kleidung achten.

Zur Narbenpflege, ab dem 1. Tag, nachdem die Klammern oder Fäden entfernt worden sind, 2 x tgl. (1-0-1) dünn einmassieren. Auch ältere Narben profitieren von dieser Pflege. Die Remodellierungsphase bei der Wundheilung wird immer noch zu wenig beachtet. Hier können wir sehr gute Ergebnisse erzielen. Die Narben werden weicher und ziehen sich nicht so stark zusammen.

In der Praxis sehen wir die Unterschiede, wenn wir verschiedene Patienten mit vergleichbaren Wunden sehen, die die Narbenpflege regelmäßig oder nicht durchgeführt haben. Die Unterschiede sind bemerkenswert.

Freitag, 22. Oktober 2010

Mäuse, die Licht riechen können


In einer Zeitung war zu lesen, dass Forscher der Harvard University in den USA Mäuse gezüchtet haben, welche die Fähigkeit haben, Licht zu riechen. Als wären es Düfte reagieren die possierlichen Tierchen auf Lichtreize. Das Ziel dieser seltsamen Züchtung ist die erleichterte Untersuchung der Geruchssinnes. Er ist so komplex, dass man ihm bislang nur ungenügend auf die Spur gekommen ist. Durch die zu erriechenden Lichtreize sollen nun einzelne Duftstoff-Rezeptoren leichter identifiziert werden können und auch die folgenden Leitungswege in die Tiefen des Gehirnes. Damit stehen vielleicht eines Tages auch Wege offen, degenerative Erkrankungen wie Morbus Alzheimer oder Parkinson früher zu erkennen, denn diese beginnen mit einem Schrumpfen der paarigen Riechkolben und des Hippocampus (welcher auch das Erinnerungsvermögen verarbeitet). Foto: wiki commons Roger McLassus

Dienstag, 28. September 2010

Aromapflege aktuell: Erfahrungen mit dem Mazerat von Calendula officinalis bei der Dekubitusprophylaxe

Calendula officinalis, auch Ringelblume oder Studentenblume genannt, gehört in die Familie der Korbblütler, Asteraceae.
Im Mittelalter hat diese bis zu 60 cm hohe Pflanze in unsere Bauerngärten Einzug gehalten.

Das Mazerat der Ringelblume, in Olea europaea (Olivenöl) oder in Soja- (Glycine max) oder Sonnenblumenöl ((Helianthus annuus), wird erfolgreich in der Dekubitusprophylaxe im klinischen und ambulanten Bereich eingesetzt, hier ist das Mazerat in Olivenöl zu bevorzugen.

Für viele der KollegInnen, die nicht mit ätherisch-Öle-Mischungen arbeiten dürfen, ist das Ringelblumenöl eine wirksame und verlässliche Alternative.

Es wird an den exponierten Stellen 1 x Schicht dünn aufgetragen und eingeölt. Da es sich um ein sog. Wirkstofföl handelt, verwenden wir es in der Praxis für ca. 2 Wochen und wechseln dann ab mit Johanniskrautöl (Hypericum perforatum/Olea europaeae) oder einem einfachen Mandelöl (Prunus amygdalis dulcis) süß oder Aprikosenkernöl (Prunus armeniaca).

Die leuchtend gelben bis orangeroten Zungenblüten, kurz angetrocknet, werden für die Mazeration verwendet. Möchte man bis zu 10 % mehr ätherisches Öl in dem Mazerat haben, nimmt man ganze Blütenköpfe her.

Der orange Farbton des Calendulaöls kommt durch das Beta carotin, ein Carotinoid, ein pflanzlicher Polyenfarbstoff, der sich in Öl und Fett leicht löst.

Das Beta carotin ist wichtig für die Epithelisierung und fördert die Erhöhung der Abwehr von Infektionen. Die antiseptische Wirkung führt man auf die Carotinperoxide oder Carotinepoxide zurück.

Weitere Eigenschaften sind schmerzlindernd und wundheilend. Für den gestressten Babypo oder die entzündeten Brustwarzen gibt es auch viele positive Rückmeldungen.

Die Haltbarkeit von Calendulaöl beträgt ca. 1 Jahr.

Das Calendula-Samen-Öl besitzt ebenso entzündungshemmende Eigenschaften und enhält viel von den Omega-6-Fettsäuren.

Fachliteratur über die Calendula-Pflanze selbst:

Otto Isaac: Die Ringelblume., Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 1992

Internetseite über die Ringelblume:

http://www.calendula-kraeutergarten.de/ol_calendula.html


Fachinfo im Internet unter:

http://www.nhv-theophrastus.de/site/index.php?option=com_content&article&id=100&ltmeid=139

Samstag, 25. September 2010

Aromastoffe - Lebensmittelchemie

Aromastoffe aus der Sicht der Lebensmittelchemie

Aromastoffe, die ein kleines Molekulargewicht (< 300 u) haben, gelangen durch ihre hohe Flüchtigkeit auf 2 Wegen in den Nasenraum.

1. orthonasal (beim Riechvorgang)

2. retronasal (über den Rachenraum beim Kauvorgang)

Im Nasenraum lösen sie dann rezeptorspezifische Nervenimpulse aus.

Wenn die Konzentration der Aromastoffe über die sog. Geruchsschwelle geht, spricht man von einer Aromaaktivität.

Auch hier spricht man von einem synergistischem Effekt, wenn mehrere Aromastoffe, die unter der Geruchsschwelle liegen, zum einem Aroma beitragen.

Mittwoch, 15. September 2010

Rosmarin & Co. sind nicht bei Hypertonikern kontraindiziert

Seit 1969 ist Robert Tisserand der Aromatherapie-Papst der Neuzeit. Seit der Publikation seines englischsprachigen Werkes 1977 ist er viel abgeschrieben worden, seit der deutschen Übersetzung Mitte der Achtziger wurden viele seiner Infos auch in deutschsprachige Bücher übernommen. Davor (und auch noch danach) spielte der französische Arzt Dr. Jean Valnet (Foto links, 1920-1995) diese Rolle, bzw. seine Bücher.
Robert Tisserand, der englisch und französisch spricht, ist ein unermüdlicher Kämpfer für den Einsatz von ätherischen Ölen und er arbeitet auch daran, hartnäckige Fehlinformationen in der Aromawelt auszumerzen. Einer davon ist die Mär, dass "Ur-Vater" René Gattefossé seine verbrannte/brennende Hand mit bereitstehendem Lavendelöl gelöscht haben soll. Tisserand weist auf die entsprechende Textpassage des Gattefossé-Buches hin um zu belegen, dass der Chemiker erst NACH einer der Verbrennung folgenden lebensbedrohlichen Infektion Lavendel anwendete und sich sein Zustand dann besserte (hier habe ich darüber berichtet). Wenn wir Aromapflegende solche Fehler gelehrt bekommen haben, geben wir sie unkorrekt weiter, nicht weiter verwunderlich.
Genauso hartnäckig hält sich das Gerücht, das ätherisches Wacholderbeerenöl (Juniperus communis) und ätherisches Zedernholzöl (Cedrus atlantica) gefährlich für Schwangere sein sollen. In den üblichen Verdünnungen angewendet (circa 1 Prozent) stellen sie für gesunde schwangere Frauen jedoch keine Gefahr dar. Die Fehlinformationen kommt von einer Verwechslung mit im englischen "cedar" genannten Bäumen: Juniperus-Arten wie Juniperus virginiana, diese "cedar" wiederum wurde verwechselt mit der "red cedar", es handelt sich in diesem Fall jedoch um den Thujabaum (Thuja occidentalis und andere Thujaarten), das ätherische Öl aus deren Holz und Zweigen kann in der Tat bereits in leichter Überdosierung und innerlicher Einnahme neurotoxisch wirken, auch für Nicht-Schwangere.
In seinem Blog macht Tisserand nun auf einen weiteren Fehler aufmerksam: Rosmarin, Thymian (Thymol), Salbei und Ysop (Foto rechts) sollen laut der Literatur nicht für Bluthochdruckpatienten eingesetzt werden. Der Duftpionier hat in der französischen Literatur nachgeforscht und herausgefunden, dass Valnet, von dem diese Warnhinweise stammen (allerdings beziehen sie sich eindeutig auf die INNERE Einnahme ("usage interne"), sich schlicht und einfach beim Zitieren vertan hat! Das Valnet Buch erschien 1964 (in französischer Sprache) und der Arzt beruft sich auf eine Studie von Caujolle und Cazal von 1944. Laut Tisserand beinhaltet aber diese Studie nur Infos über die blutdrucksenkende Wirkung von Lavendel, Lavandin und Speiklavendel. 1945 haben Caujolle und Franck zwei weitere Studien veröffentlicht, in einer wurde Ysopöl Hunden hochdosiert intravenös verabreicht. Sie hatten zunächst Blutdruckabfall, dann vor einem epileptischen Anfall steig der Blutdruck, um anschließend wieder zu sinken. Die zweite Studie berichtet über die blutdrucksteigernde Wirkung von Muskatellersalbeiöl, nicht Salbeiöl, welches eher zur Senkung des Blutdruck eingesetzt werden solle. Eine Dissertation/Doktorarbeit von 1943, auf die Valnet sich ferner bezog, konnte von Tisserand nicht gefunden werden. Er schließt jedoch seinen Text mit dem Hinweis, dass eine Aromatherapie-Massage mit diesen vier "Valnet-Ölen" (Ysop, Rosmarin, Thymian und Salbei) keine Gefahr für Bluthochdruckpatienten darstellen.
An anderer Stelle weist er zudem darauf hin, dass wenn ein Prüfungsparameter beispielsweise auf "anregend" hindeutet, ein anderer Wert genausogut auf "Entspannung" hinweisen kann, so dass es nicht so einfach ist, die Wirkung von ätherischen einfach so zu kategorisieren. Zudem müssen wir immer noch an den "Faktor Mensch" denken, der mal so mal so reagieren kann, je nachdem wie sich der momentane Zustand seines Organismus auf die natürlichen Substanzen einlässt. (Foto Jean Valnet: Laboratoire Cosbionat/Wiki Commons)

Montag, 13. September 2010

Rosenhydrolat



Bei meinem diesjährigen Frankreichurlaub begegnete ich auf einem Campingplatz den ich seit vielen Jahren kenne einem Miturlauber der auch seit vielen Jahren diesen Platz aufsucht, er fragte mich ob ich in der Gegend einen guten Augenarzt wüsste. Er plagte sich seit etwa 4 Wochen mit einer massiven Bindehautentzündung die in Deutschland schon mit etlichen Antibiotischen Augensalben von seinem Augenarzt behandelt wurde und einfach nicht so richtig abheilen wollte. Kaum in Frankreich flammte die Bindehautentzündung wieder richtig auf. Einen Augenarzt kenne ich dort nicht aber ich bot ihm Hilfe mit Rosenhydrolat ohne Alkoholzusatz an. So befeuchtete ich eine sterile Kompresse mit Rosenhydrolat und legte sie ihm auf das entzündete Auge. Mein „Patient“ war anfangs sehr skeptisch ob dies funktionieren würde auch wenn er den Duft und die Kühle als sehr angenehm empfand. Wir vereinbarten dass er am Abend des gleichen Tages noch mal vorbeikommen solle. Zu diesem Zeitpunkt sah sein Auge schon viel besser aus und er war sichtlich erstaunt und sehr beeindruckt. Die nächsten zwei Tage kam er zwei mal täglich an unserem Zeltplatz vorbei. Am dritten Tag war von der Bindehautentzündung nichts mehr zu sehen. Nach seiner Aussage war sein Auge seit Wochen nicht mehr so reizlos. Bis zu meiner Abreise eine Woche später ist die Bindehautentzündung nicht mehr aufgeflammt.