Donnerstag, 26. August 2010

Rosmarin ist die Heilpflanze des Jahres 2011

Im Juni wurde Rosmarin zur Heilpflanze des Jahres 2011 gekürt. Das Jahr der Gewürznelke 2010 neigt sich somit seinem Ende zu...Der offzielle Pressetext zum Rosmarin:
Der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist der frisch gekürte Inhaber des Titels „Heilpflanze des Jahres 2011“. Ausgewählt wurde der Rosmarin durch eine Jury des Vereins „NHV Theophrastus“, welcher sich insbesondere für die Verbreitung traditionell naturheilkundlichen Wissens engagiert.
Dabei schätzen die Jurymitglieder insbesondere die große Anwendungsbreite des Rosmarins im medizinischen und kosmetischen Bereich. „Durch seine natürliche, aktivierende und tonisierende Wirkung ist Rosmarin für eine immer älter werdende Bevölkerung ebenso hilfreich wie auch für jüngere Patienten mit Erschöpfungs- und Ermüdungszeichen“, begründet ein Jurymitglied die Wahl. Außerdem wirkt er durchblutungsfördernd und krampflösend, bringt den Kreislauf in Schwung und stärkt Herz und Verdauung. Auch in der Küche ist Rosmarin in der Lage, durch gezielten Einsatz als Gewürz seine wertvollen gesundheitsfördernden und herausragenden aromatischen Eigenschaften zu entfalten.
Die öffentliche Bekanntmachung erfolgte am 8. Juni anlässlich des vom Sächsischen Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. veranstalteten Heilkräuter-Fachsymposiums im Kloster St. Marienstern in der Lausitz. Maria Vogel, mehr bei NHV Theophrastus

Mittwoch, 18. August 2010

Carthamus tinctorius L: - Saflor- oder Distelöl

Die Saflorpflanze, Carthamus tinctorius L., eine Ölpflanze aus der das Distelöl oder auch Safloröl hergestellt wird, ist ein Vertreter der Asteraceaen.
Traditionelles Anbauland ist Indien und China.
Als Färberpflanze gerne in Verwendung (Saflorgelb und Saflorrot - Carthamin - aus den Blüten und in den Blättern ein gelber Farbstoff), aber auch als Qualitätsöl mit ca. 78% Linolsäure.


Die Pflanze kann mit Ihrem tiefen Wurzelsystem in trockenen Gebieten angesiedelt werden.

Die Gattung Carthamus besteht aus 25 Arten, die
auf der ganzen Welt verbreitet sind.
Kultiviert wird nur Carthamus tinctorius L.. Die Ernte des Saflors beginnt i.d.R. ab Mitte September.
Innerlich eingenommen senkt es den Cholesterin-Spiegel.

V.a. aus Triglyceriden der zweifach ungesätt. Linolsäure (ca. 80%) und der dreifach ungesätt. Linolensäure (ca. 10%). Ein hoher Gehalt an Vitamin E macht es für die Ernährung so interessant.

Die Inhaltsstoffe: Palmitinsäure ca. 6%, Stearinsäure ca. 2 %, Ölsäure ca. 10%, Linolsäure 80%, alpha-Linolensäure 0,5%, ... - die unverseifbaren Anteile ca. 1%, Vitamin E und A, Squalan.
Die Jodzahl beträgt 145.

Distelöl (re im Bild) - gelblich und nussig im Geschmack - ist bis zu 1 Jahr haltbar und gehört zu den halb trocknenden fetten Ölen. Es spreitet langsam und eignet sich für die eher fette Haut, aber auch Mischhaut mit öliger Tendenz.


Für eine entspannende Aromamassage
(re im Bild - Anleitung der Unterarm
Aromamassagen mit Übersetzung für taiwanesische Teilnehmer)
eignet sich das Mischungsverhältnis von 1:1 mit
Mandelöl süß (Prunus amygdalis dulcis) oder
Aprikosenkernöl (Prunus armeniaca).

Dienstag, 17. August 2010

Pflichtprogamm in der Strahlenmedizin



Aus der komplementären Strahlenmedizin ist das tief orangefarbene fette Sanddornöl nicht mehr wegzudenken, da es zusammen mit ätherischem Niaouli-Öl (Melaleuca viridiflora oder M. quinquenervia) ungewöhnlich gut vorbeugend gegen Schäden durch Bestrahlungsbehandlungen (beispielsweise bei Brust- und Gehirntumoren) eingesetzt wird. Krankenpflegende, denen es gestattet ist, die Ölmischung einzusetzen, erleben meistens eine starke Verblüffung seitens der Ärzte und Ärztinnen. Ich habe inzwischen auch einige Frauen kennen gelernt, die nach Strahlentherapie bei Brustkrebs zur Reha kamen und erst einmal weggeschickt werden sollten, weil keine Brandwunden bzw. Narben auf "Erfolg" schließen ließen. Eine vorsorglich einzusetzende Mischung (großflächig und vorsichtig am Ort der geplanten Bestrahlung aufzutragen) könnte folgendermaßen zusammengesetzt sein:

  • 43 ml Mandelöl
  • 2 ml Sanddornöl
  • 7 gtt. Lavandula angustifolia
  • 5 gtt. Melaleuca viridiflora
  • 3 gtt. Melaleuca leucadendra
  • wenn möglich noch einige Tropfen eines hochwertigen Aloe vera-Produktes hinzufügen (zB von Farfalla Pharmos oder Santaverde)
Eine der Pionierinnen des schützenden aromapflegenden Einsatzes dieser Öle ist die Bonner Krankenschwester Gisela Blaser, sie hat entsprechend reichlich Erfahrung damit und arbeitet mit begeisterten ÄrztInnen zusammen.
Die "radioprotektive" Wirkung wurde in einer Studie dokumentiert: Giraud-Robert A M: L'huile essentielle de niaouli (Melaleuca quinquenervia) dans la prévention des radiodermites du cancer du sein. Phytothérapie , Volume 2, Number 3, May 2004 , pp. 72-76(5). Diese Studie ist für $ 42 plus MwSt. bei Springer erhältlich.


PS: Ich vergaß: Sanddornfruchtfleischöl ist eines der wichtigsten Mittel bei Beschwerden/Entzündungen der Mund-, Speiseröhren- und Magenschleimhaut. Zudem ist es eines der wichtigsten einheimischen "Multivitamin"-Immunsystemuntertützungs-Mittel für infektionsträchtige Wintermonate. Vor dem Sommer eingenommen, schützt es die Haut natürlich auch vor Sonnenbrand (aber immer mit Sonnenschutzmitteln auf der Haut kombinieren!).

Donnerstag, 12. August 2010

Pfefferminze gegen Spannungskopfschmerzen

Ein kleiner Artikel in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Phytotherapie erinnert mich daran, wie wichtig es ist, ein einfaches Mittel statt chemischer "Bomber" einzusetzen, wenn der moderne gestresste Mensch zu wiederholten Kopfschmerzen neigt. Da es sich bei dem Produkt Euminz um eine seit Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gut studierte Zubereitung (10%-ige Mentha piperita in Ethanol/Weingeist) handelt, sollte jede(r) Pflegende wissen, dass die circa 5 Euro (in jeder deutschen Apotheke) gut investiert sind, denn es gibt kaum unerwünschte Nebenwirkungen bei diesem Präparat. Die Wirkweise ist zudem recht gut erforscht, so dass sich auch kritische Ärzte und/oder Pflegedienstleitungen überzeugen lassen können. Die Pressemeldung beschreibt sie kurz:

Bekannt ist dass Schmerzreize von den Nozizeptoren durch überwiegend langsam leitende C-Fasern ins Gehirn weitergeleitet und erst dort als Schmerz weitergeleitet werden. Nach dem Auftragen von Pfefferminzöl auf die Haut kommt es zu einer Sensibilisierung und Stimulation von Kälte- und Druckrezeptoren. Folge ist ein angenehm kühlender und entspannender Effekt sowie eine gleichzeitige Blockade der Schmerzfortleitung. Damit alle beteiligten Schmerzpunkte getroffen und beruhigt werden, empfehlen Experten, die Pfefferminzlösung großflächig auf Schulter, Nacken und Schläfen aufzutragen.
Ich könnte mir vorstellen, dass viele PatientInnen und/oder Einwohner von Pflegeinstitutionen freuen würden, wenn man ihnen so ein wirksames und preisgünstiges Produkt empfehlen kann.
Man kann einen ähnlichen Minzeroller übrigens auch selbst herstellen, ich habe das hier beschrieben (der Link zur Studie funktioniert leider nicht mehr, vielleicht weil der Anbieter des Produktes gewechselt hat). Ich habe meinen Minzeroller immer auf Reisen dabei, er hilft auch wunderbar auf übelkeitsverursachenden Bus- und Flugzeugreisen. Meine Kinder wissen auch um seine "Wunderwirkung" und brauchen trotz gelegentlicher Kopfschmerzen so gut wie niemals Schmerzmittel dagegen. Meiner Erfahrung nach kann man diese Mischung für ansonsten gesunde Kinder (kein Asthma, keine Epilepsie oder ähnliches) ab sieben oder acht Jahen (je nach Konstitution) verwenden und ihnen damit oft unnötige "Medikamenten-Geschütze " ersparen.

Dienstag, 10. August 2010

AP-Raumbeduftung


In der Raumbeduftung dosieren wir seit vielen Jahren - je nach Raumgröße und ätherischen Ölen - mit 4 - 6 gtt für ein 2 - 3-Bett-Zimmer.


Mit Klimaanlage, z.B. auf Intensivstationen kann die Dosierung z.T. bis zu 10 gtt betragen.
Die Auswahl der Aromalampe, der Standort sind ein weiterer wichtiger Faktor.
Abgestimmt auf die Patienten - Alter, Vorerkrankungen, ... führen wir eine intermittierende Raumbeduftung durch, z.B. 30 min. beduften - 1 Stunde Pause.
Bei der Verwendung von Baumwoll-Zelletten läßt die Duft-Intensität durch Verdunstung von alleine nach.
Die Sicherheit des Patienten und die Hygiene sind ein zusätzlicher, immer präsenter Aspekt bei der Durchführung einer Raumbeduftung.